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Auf dem Wackelschlauch hält sich kaum einer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julia Eisenschmidt   
Dienstag, 27. Juli 2010

Ferienspaß beim TSV Meyenburg: Sportparcours mit kniffligen Herausforderungen

Von Gabriela Keller

Meyenburg. Vorsichtig wie ein rohes Ei balanciert der Knirps die Fracht auf den Hälsen von zwei Holzkeulen. Bei jedem Schritt bewegt sich die Ladung wie ein Wackelpudding. Die kleinste Unachtsamkeit kann Folgen haben. Da geschieht es auch schon: Der Kleine lässt sich vom Publikum ablenken und hat seine Fracht einen Moment lang nicht im Blick. Eine, zwei Sekunden nur. Doch das ist schon zuviel. Mit einem dumpfen Plumps landet der mit Wasser gefüllte Luftballon auf dem Rasen.

Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern tummeln sich auf der Sportanlage Klingenberg in Meyenburg. Die Handballer vom TSV Meyenburg haben sich als Ferienspaß einen Sportparcours ausgedacht. Keinen gewöhnlichen. An zwölf Station sind knifflige Aufgaben zu bewältigen. Hüpfen, Springen und Laufen mal anders. Hier wird im Sack um die Wette gehüpft, dort ist eine Kartoffel mit schnellen Schritten ins Ziel zu bringen. Nadine und ihre Freundin sausen mit Schwämmen zwischen Wasserbottich und zwei Eimern hin und her. Schwamm mit Wasser vollsaugen, zum Eimer laufen, ausdrücken und zurück zum Bottich. Zehn Mal füllen sich die Eimer.
An einer anderen Station merkt Florian, dass es gar nicht so einfach ist, mit verbundenen Augen den Weg zu finden. Blind wie ein Maulwurf muss der Vierjährige auf allen Vieren einen langen Stofftunnel passieren. Ein paar Mal verheddert er sich. Am kleinen gelbblauen Tunnel krabbelt er trotz Orientierungshilfe seinen beiden Kumpels, die ihn mit Zurufen lotsen, glatt vorbei. Dafür geht es schnurstracks durch zwei gelbe Reifen. "Das war schwierig", meint Florian.
Maximilian und Jannick machen die gleiche Erfahrung als "Seiltänzer". Zwischen einem Lampenmast und der Kupplung eines Treckers ist ein Stück Feuerwehr-Schlauch locker gespannt. Das müssen sie rüber. Maximilian zuerst. Vorsichtig wagt der Achtjährige den ersten Schritt auf schwingendem Grund. Dann den zweiten, da kommt er schon ins Trudeln. Beim dritten kann er sich nicht mehr halten. Seinem Freund Jannick ergeht's genauso. Da nützt auch der Tipp von Annika Seebeck nichts. "Am besten guckst du nicht auf den Boden sondern geradeaus", rät die Stationsbetreuerin. Jannick versucht's-ohne Erfolg. "Das Problem ist die Mitte, da wird es total wackelig", erklärt Seebeck. "Von Fünf schafft es nur Einer rüber." Johanna (10) gehört dazu. Sie schafft es im zweiten Anlauf.
Auf spielerische Art kann der Nachwuchs seine motorischen Fähigkeiten testen. "Es geht um Geschicklichkeit und Koordination", sagt Jutta Junge. Auch schlicht darum, dass sich Kinder bewegen. "Mit einfachen Mitteln, die man selbst im Garten durchführen kann." 2005 und 2006 bot der Verein den Ferienspaß erstmals an. "Das Problem war Leute zu finden, die mitorganisieren", begründet die Leiterin der Handball-Sparte die dreijährige Pause. Diesmal stehen ihr über ein Dutzend Mitglieder als Betreuer auf dem Platz und am Kuchenbuffet im Vereinsheim zur Seite.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 26.07.2010

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